Denkfabrik warnt vor weiterer Verunsicherung und fordert verlässliche Rahmenbedingungen für die Gastwelt
Angesichts der weiter steigenden Insolvenzzahlen mahnt die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) die Politik, das Jahr 2026 konsequent zum Jahr der wirtschaftlichen Stabilisierung zu machen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen im Dezember 2025 um 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus Sicht der DZG ist dies nicht nur ein ökonomisches Warnsignal, sondern auch eine Belastung für Vertrauen, Investitionsbereitschaft und Konsum, insbesondere in personalintensiven Dienstleistungsbranchen wie der Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice & Freizeit).
„Insolvenzen verunsichern weit über die betroffenen Unternehmen hinaus Beschäftigte, Investoren und Verbraucher“, erklärt Dr. Marcel Klinge, Vorstandsvorsitzender der DZG. „Die Gastwelt lebt aber ganz besonders von Vertrauen, Konsum und sozialer Begegnung. Ihre Stabilität ist deshalb auch gesellschaftlich relevant, vom Gasthaus über das Kino bis zum Freizeitpark und der Kantine. Wenn wir Stabilität auch im gesellschaftlichen Miteinander wollen, müssen wir die Gastwelt stützen.“
Die Denkfabrik sieht viele Betriebe auch im neuen Jahr unter hohem Druck: steigende Energie- und Betriebskosten, Arbeitskräftemangel, Bürokratie sowie der anstehende Mindestlohnanstieg bänden Ressourcen und erschwerten Investitionen. Vor diesem Hintergrund bewertet die DZG die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Speisen als wichtigen und notwendigen Schritt zur Stabilisierung der Branche. „Diese Entscheidung zeigt politische Handlungsfähigkeit. Dafür danken wir allen Beteiligten ausdrücklich“, so Klinge.
Politik soll Belastungsmoratorium für Wirtschaft in 2026 umsetzen
Gleichzeitig warnt die Denkfabrik davor, diese Entlastung durch neue Belastungen zu konterkarieren. Die DZG fordert daher erneut ein Belastungsmoratorium für 2026, das zusätzliche Abgaben, neue Regulierungen oder kostensteigernde Vorgaben zumindest temporär aussetzt. Ziel sei es, Planungssicherheit zu schaffen, Beschäftigung zu sichern und Vertrauen zurückzugewinnen. „Stabilisierung bedeutet nicht Stillstand“, betont Klinge. „Sie gibt Unternehmen den notwendigen Raum, sich anzupassen und wieder Perspektiven zu entwickeln – gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten. 2026 muss deshalb zum Jahr der Stabilisierung erklärt werden, mit weniger Belastung und mehr Perspektive.“
Die DZG plädiert erneut für einen gemeinsamen Standort-Dialog von Bund, Ländern und Kommunen, um wirtschaftliche Stabilität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Standortqualität zusammenzudenken. „Wenn 2026 politisch als Jahr der Stabilisierung verstanden wird, kann es gelingen, negative Trends zu bremsen und neue Zuversicht zu schaffen“, so Klinge.
Bildtext: DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge wirbt für ein Belastungsmoratorium. Bild. DZG.