DZG: 2026 zum Jahr der wirtschaftlichen Stabilisierung machen!

15. Januar 2026 – Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG)

Denkfabrik warnt vor weiterer Verunsicherung und fordert verlässliche Rahmenbedingungen für die Gastwelt

Angesichts der weiter steigenden Insolvenzzahlen mahnt die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) die Politik, das Jahr 2026 konsequent zum Jahr der wirtschaftlichen Stabilisierung zu machen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen im Dezember 2025 um 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus Sicht der DZG ist dies nicht nur ein ökonomisches Warnsignal, sondern auch eine Belastung für Vertrauen, Investitionsbereitschaft und Konsum, insbesondere in personalintensiven Dienstleistungsbranchen wie der Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice & Freizeit).

„Insolvenzen verunsichern weit über die betroffenen Unternehmen hinaus Beschäftigte, Investoren und Verbraucher“, erklärt Dr. Marcel Klinge, Vorstandsvorsitzender der DZG. „Die Gastwelt lebt aber ganz besonders von Vertrauen, Konsum und sozialer Begegnung. Ihre Stabilität ist deshalb auch gesellschaftlich relevant, vom Gasthaus über das Kino bis zum Freizeitpark und der Kantine. Wenn wir Stabilität auch im gesellschaftlichen Miteinander wollen, müssen wir die Gastwelt stützen.“

Die Denkfabrik sieht viele Betriebe auch im neuen Jahr unter hohem Druck: steigende Energie- und Betriebskosten, Arbeitskräftemangel, Bürokratie sowie der anstehende Mindestlohnanstieg bänden Ressourcen und erschwerten Investitionen. Vor diesem Hintergrund bewertet die DZG die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Speisen als wichtigen und notwendigen Schritt zur Stabilisierung der Branche. „Diese Entscheidung zeigt politische Handlungsfähigkeit. Dafür danken wir allen Beteiligten ausdrücklich“, so Klinge.

Politik soll Belastungsmoratorium für Wirtschaft in 2026 umsetzen

Gleichzeitig warnt die Denkfabrik davor, diese Entlastung durch neue Belastungen zu konterkarieren. Die DZG fordert daher erneut ein Belastungsmoratorium für 2026, das zusätzliche Abgaben, neue Regulierungen oder kostensteigernde Vorgaben zumindest temporär aussetzt. Ziel sei es, Planungssicherheit zu schaffen, Beschäftigung zu sichern und Vertrauen zurückzugewinnen. „Stabilisierung bedeutet nicht Stillstand“, betont Klinge. „Sie gibt Unternehmen den notwendigen Raum, sich anzupassen und wieder Perspektiven zu entwickeln – gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten. 2026 muss deshalb zum Jahr der Stabilisierung erklärt werden, mit weniger Belastung und mehr Perspektive.“

Die DZG plädiert erneut für einen gemeinsamen Standort-Dialog von Bund, Ländern und Kommunen, um wirtschaftliche Stabilität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Standortqualität zusammenzudenken. „Wenn 2026 politisch als Jahr der Stabilisierung verstanden wird, kann es gelingen, negative Trends zu bremsen und neue Zuversicht zu schaffen“, so Klinge.

Bildtext: DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge wirbt für ein Belastungsmoratorium. Bild. DZG.

Hintergrund

Gastwelt

Die Gastwelt ist ein vom Fraunhofer IAO und der Denkfabrik im Jahr 2022 neu konzipierter Dienstleistungssektor, der Gastlichkeit und Lebensqualität als gemeinsames Serviceprodukt in den Mittelpunkt stellt. Die Gastwelt ist durch ihre 250.000 mittelständischen Betriebe eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft und mit 6,2 Millionen Mitarbeitenden der zweitgrößte Arbeitgeber Deutschlands. Sie setzt sich aus den Gastwelt-Sektoren Beherbergung, Gastronomie, Foodservice, Tourismus und Freizeitwirtschaft zusammen und prägt damit den Alltag von Millionen Menschen. Als Arbeitgeber, Standortfaktor und Innovationsmotor trägt die Gastwelt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität bei und schafft als #HerzUnsererGesellschaft Orte der Begegnung und des sozialen Miteinanders. Ihre enge Verzahnung mit Handel, Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur macht sie zu einer unverzichtbaren Querschnittsbranche mit Millionen Arbeitsplätzen und hoher Standorttreue.

DZG

Die 2021 gegründete Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) vernetzt auf Bundesebene Politik, Wissenschaft, Verbände und hochkarätige Vertreter aller Wertschöpfungssektoren der Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice & Freizeit). Der interdisziplinäre und überparteiliche Thinktank fokussiert sich inhaltlich auf strategische Zukunftsthemen – wie Arbeitskräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und KI – und entwickelt praxisnahe Maßnahmen zur effektiveren Krisenbewältigung.

Die über 200 Mitgliedsunternehmen und Partner der Spitzenorganisation (wie z.B. die Radeberger Gruppe, Deutsche Bahn, Unilever Food, Motel One, Transgourmet, Metro, Center Parcs, Dorint, Bioland, Dussmann, NordCap, Best Reisen, FlixBus, Booking.com, Gerolsteiner) beschäftigen zusammen über 740.000 Mitarbeitende in allen Regionen Deutschlands. Außerdem engagieren sich über 20 führende Verbände und Organisationen aus allen fünf Gastwelt-Sektoren (wie z.B. die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland HDV, der Verband Deutscher Freizeitparks VDFU, der Verband Internet Reisevertrieb VIR, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen, die Deutsche Barkeeper-Union DBU, die Jeunes Restaurateurs Deutschland JRE, der Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik HKI) in der DZG.