DZG schlägt Gastwelt-Gipfel im Kanzleramt vor

24. November 2025 – Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG)

„Eine sachliche Stadtbilddebatte braucht den Blick auf Begegnungsorte und Stadtentwicklung.“

Berlin, 20. November 2025 – Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) hat Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Schreiben die Einberufung eines „Gastwelt-Gipfels“ im Kanzleramt vorgeschlagen. Die jüngste Debatte über das Stadtbild biete die Chance, die Perspektive zu erweitern, hin zu den zentralen Faktoren, die Städte lebendig und funktional halten: Aufenthaltsqualität, Nutzungsmischung, wirtschaftliche Perspektiven und verlässliche Begegnungsorte.

„Die Diskussion über das Stadtbild ist wichtig, greift aber zu kurz, wenn man die Rolle der Begegnungsorte nicht mitdenkt“, sagt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. „Dort, wo Menschen arbeiten, einkehren und sich begegnen, entstehen Frequenz, Sicherheit und Lebensqualität. Diese Orte entscheiden darüber, wie Innenstädte wahrgenommen werden.“

Die Gastwelt – Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und Freizeitwirtschaft – sei ein wesentlicher Stabilitätsfaktor für Stadtzentren. Sie sorgt für Belebung, schafft Aufenthaltsqualität und wirkt strukturellem Leerstand entgegen.

Eine aktuelle Studie des IFH Köln zeigt: 40 Prozent der Innenstadtbesucher kommen vor allem wegen gastronomischer Angebote. Wo diese Angebote fehlen, sinken Besucherströme und damit Attraktivität, Wahrnehmung und wirtschaftliche Perspektive der Zentren.

„Weniger Gastwelt bedeutet weniger Menschen im öffentlichen Raum und damit zwangsläufig weniger Lebendigkeit und letztlich auch weniger Sicherheit“, so Klinge. „Wer über vitale Innenstädte spricht, muss über die Rahmenbedingungen für diese Orte sprechen.“

In ihrem Schreiben an den Kanzler regt die DZG an, im Kanzleramt einen strukturierten Dialog von Bund, Ländern, Kommunen und Fachakteuren zu starten. Ziel sei es, Stadtentwicklung, Sicherheit, Aufenthaltsqualität und wirtschaftliche Rahmenbedingungen gemeinsam zu betrachten.

„Wir brauchen keine zugespitzte Debatte, sondern eine nüchterne Analyse und konkrete Ansätze für das, was Städte stark macht“, betont Klinge. „Die Gastwelt als Treffpunkt, Arbeitgeber und verlässlicher Bestandteil lebendiger Städte steht bereit, Verantwortung zu übernehmen.“

Hintergrund

Gastwelt

Die Gastwelt ist ein vom Fraunhofer IAO und der Denkfabrik im Jahr 2022 neu konzipierter Dienstleistungssektor, der Gastlichkeit und Lebensqualität als gemeinsames Serviceprodukt in den Mittelpunkt stellt. Die Gastwelt ist durch ihre 250.000 mittelständischen Betriebe eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft und mit 6,2 Millionen Mitarbeitenden der zweitgrößte Arbeitgeber Deutschlands. Sie setzt sich aus den Gastwelt-Sektoren Beherbergung, Gastronomie, Foodservice, Tourismus und Freizeitwirtschaft zusammen und prägt damit den Alltag von Millionen Menschen. Als Arbeitgeber, Standortfaktor und Innovationsmotor trägt die Gastwelt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität bei und schafft als #HerzUnsererGesellschaft Orte der Begegnung und des sozialen Miteinanders. Ihre enge Verzahnung mit Handel, Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur macht sie zu einer unverzichtbaren Querschnittsbranche mit Millionen Arbeitsplätzen und hoher Standorttreue.

DZG

Die 2021 gegründete Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) vernetzt auf Bundesebene Politik, Wissenschaft, Verbände und hochkarätige Vertreter aller Wertschöpfungssektoren der Gastwelt (Tourismus, Hospitality, Foodservice & Freizeit). Der interdisziplinäre und überparteiliche Thinktank fokussiert sich inhaltlich auf strategische Zukunftsthemen – wie Arbeitskräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und KI – und entwickelt praxisnahe Maßnahmen zur effektiveren Krisenbewältigung.

Die über 200 Mitgliedsunternehmen und Partner der Spitzenorganisation (wie z.B. die Radeberger Gruppe, Deutsche Bahn, Unilever Food, Motel One, Transgourmet, Metro, Center Parcs, Dorint, Bioland, Dussmann, NordCap, Best Reisen, FlixBus, Booking.com, Gerolsteiner) beschäftigen zusammen über 740.000 Mitarbeitende in allen Regionen Deutschlands. Außerdem engagieren sich über 20 führende Verbände und Organisationen aus allen fünf Gastwelt-Sektoren (wie z.B. die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland HDV, der Verband Deutscher Freizeitparks VDFU, der Verband Internet Reisevertrieb VIR, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen, die Deutsche Barkeeper-Union DBU, die Jeunes Restaurateurs Deutschland JRE, der Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik HKI) in der DZG.