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Pressemitteilung 16. September 2026

Gastwelt bleibt Wohlstandsanker: Zweitgrößter Arbeitgeber des Landes erwirtschaftet jeden siebten Steuereuro

Beitrag zur Wirtschaftsleistung bei über 500 Milliarden Euro – BIP-Anteil stabil über elf Prozent – Sektor beschäftigt rund 6,2 Millionen Menschen – Investitionen steigen auf 39,2 Milliarden Euro – WTTC weist erstmals auch Steuerbeitrag aus: 265 Milliarden Euro in 2024

Gastwelt bleibt Wohlstandsanker: Zweitgrößter Arbeitgeber des Landes erwirtschaftet jeden siebten Steuereuro

Der Dienstleistungssektor Gastwelt – bestehend aus den Branchen Tourismus, Hospitality, Foodservice & Freizeitwirtschaft – behauptet sich als tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Das zeigen aktuelle Leistungskennzahlen der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG), die auf Daten des World Travel & Tourism Council (WTTC) und des Statistischen Bundesamtes (Destatis) basieren. Der Gesamtbeitrag der Gastwelt zur Wirtschaftsleistung lag im Jahr 2025 bei 500,9 Milliarden Euro – das sind 11,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Mit 6,2 Millionen Beschäftigen ist sie außerdem zweitgrößter Arbeitgeber des Landes, gemessen an den direkt und indirekt Beschäftigten. In dieses positive Bild fügt sich auch der erstmals vom WTTC ausgewiesene Anteil am Steueraufkommen von 264,8 Milliarden Euro ein, den der Sektor im Jahr 2024 beitrug –  das ist fast jeder siebte Steuereuro. „Die Gastwelt unterstreicht damit eindrucksvoll ihr volkswirtschaftliches Gewicht in einem konjunkturell anspruchsvollen Umfeld“, bilanziert DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge.

Getragen wird der neue Rekord vor allem vom Inlandstourismus: Die Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stiegen im Jahr 2025 um 0,7 Prozent auf 413,7 Millionen. Die Übernachtungen ausländischer Gäste lagen mit 83,8 Millionen leicht unter dem Vorjahr – ein erwartbarer Effekt, da 2024 die Fußball-Europameisterschaft zahlreiche internationale Gäste ins Land gebracht hatte. Dass die Gastwelt dieses Sonderjahr nun sogar übertrifft, unterstreicht die Robustheit der heimischen Nachfrage.

Auch bei den Investitionen zeigt sich eine Aufwärtsbewegung: Der Sektor tätigte laut WTTC-Daten in 2025 Kapitalinvestitionen in Höhe von rund 39,2 Milliarden Euro und damit spürbar mehr als noch im Vorjahr. Mit rund 6,2 Millionen Erwerbstätigen (direkt und indirekt) ist die Gastwelt zudem – nach dem Verarbeitenden Gewerbe – zweitgrößter privater Arbeitgeber Deutschlands und steht für 13,5 Prozent der gesamten Beschäftigung.

Die Gastwelt ist und bleibt ein zentraler Wohlstandsanker in Deutschland. „Wir stabilisieren die Binnenkonjunktur, halten unsere hohen Beschäftigungswerte auch im schwierigen Umfeld und investieren in die Zukunft“, sagt DZG-Sprecher Klinge. „Kein anderer Wirtschaftsbereich verbindet Wertschöpfungskraft, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt so direkt wie die Gastwelt. Wir sind damit das wirtschaftliche, soziale und demokratische Herz unserer Gesellschaft.“

Zugleich mahnt die DZG, die guten Zahlen nicht als Selbstläufer zu verstehen. Nach dem kräftigen Aufholjahr 2024 hat sich das Wachstum im Jahr 2025 spürbar normalisiert – der Sektor wächst real in etwa im Takt der Gesamtwirtschaft. „Damit aus Stabilität wieder Dynamik wird, brauchen wir jetzt die richtigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen“, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete. Themen wie Arbeitskräftegewinnung, Standortförderung, Bürokratieabbau sowie Entlastungen bei Steuern und Energiekosten müssten von der Bundesregierung jetzt mutig angegangen werden, so Klinge.

Die Gastwelt in aktuellen Zahlen:

  • 6,2 Mio. Erwerbstätige (davon rund 3,1 Mio. direkt) – 13,5 Prozent der Gesamtbeschäftigung

  • 500,9 Mrd. Euro Gesamtbeitrag zur Wirtschaftsleistung – entspricht 11,2 Prozent des BIP

  • Gesamtbeitrag zum Steueraufkommen (2024): 260 Milliarden Euro – fast jeder siebte Steuereuro

  • 39,2 Mrd. Euro Investitionen – deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr

  • 497,5 Mio. Übernachtungen (+0,3 Prozent gegenüber 2024) – neues Allzeithoch

  • Verteilung der Gastwelt-Ausgaben: 81,5 Prozent Leisure, 18,5 Prozent Business

Bildunterschrift: Für DZG-Sprecher Dr. Marcel Klinge ist die Gastwelt eine tragende wie unterschätze Säule der deutschen Wirtschaft. Bild: DZG.

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Methodische Hinweise:

Die aufgeführten wirtschaftlichen Kennzahlen beziehen sich auf das Jahr 2025 und basieren auf der Economic Impact Research 2026 des World Travel & Tourism Council (WTTC), Werte in konstanten Preisen 2025. Die Übernachtungszahlen stammen aus der Tourismusstatistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis, vorläufige Ergebnisse). WTTC-Werte (modellierte Wertschöpfung) und Destatis-Übernachtungen (physische Zählung) folgen unterschiedlichen Erhebungslogiken und sind nicht unmittelbar verrechenbar. Der Steuerbeitrag von 299,3 Mrd. US-Dollar stammt nicht aus der Economic Impact Research, sondern aus der Environmental & Social Research (ESR) des WTTC; er bezieht sich auf 2024, basiert auf Preisen von 2024 und auf der EIR-Ausgabe vom April 2025. Als Umrechnungskurs wurde der WTTC-interne Kontantkurs von 1,1304 USD je Euro verwendet.

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