Next Work: Was ist das?

Next Work ist ein Vorschlag des Fraunhofer IAO für die Weiterentwicklung von New Work. Beiden zugrunde liegt ein humanistisches Arbeitskonzept, Arbeit soll sinnstiftend sein. Next Work knüpft hieran an und nimmt ein konzeptionelles Update vor, das Demographie und disruptive technologische Entwicklungen (KI, Big Data, Blockchain, Virtual Reality) inhaltlich stärker einbezieht.

Arbeitsmarkt in der Krise

Die rund 250.000 Betriebe unserer Gastwelt (Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie) sind von der aktuellen Arbeitsmarktsituation besonders stark betroffen: Mitarbeitermangel, explodierende Kosten, hohe Fluktuation, veränderte Rahmenbedingungen. Doch es gibt Wege aus der Krise …

 

 

Teilzeitquoten in Prozent

… bei der Teilzeitquote

30,2 % aller Mitarbeitenden aller Branchen in Deutschland arbeiten in Teilzeit. In der Gastwelt liegt der Anteil bei 38,8 %. Knapp ein Drittel davon Frauen. Längst nicht alle tun das freiwillig: mangelnde Betreuungsmöglichkeiten und passende Vollzeit-Stellenangebote sind Hinderungsgründe.

... bei der Fluktuation

Deutschlandweit betrug die Fluktuationsrate 2022 rund 33 %. In der Gastwelt sind Jobwechsel deutlich häufiger. Der Sektor Verpflegung und Versorgung nimmt sogar den 3. Platz unter allen Branchen ein. Das lässt sich nicht nur durch den Einsatz von Saisonkräften erklären.

Fluktuationsquoten in Prozent
Nur 37 % aller Beschäftigten gaben laut einer Umfrage der Gewerkschaft NGG an, noch lange in der Hospitality arbeiten zu wollen.

... bei den Kosten

Austrittskosten, Wissens- und Produktivitätsverlust, Neurekrutierungskosten, Onboarding und Weiterbildung verursachen erhebliche Kosten für die Betriebe. Ein Beispiel: Rund Sechs Prozent des Umsatzes – das sind 48.500 EUR – kostet z.B. ein Restaurant die Personalfluktuation im Schnitt pro Jahr.

Flexible Arbeit als Schlüssel

Homeoffice
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Homeoffice-Quote im Jahr 2022
Produktivität
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Produktivitätssteigerung im Homeoffice

Flexible Tätigkeiten und Prozesse führen zu mehr Motivation und Wertschätzung der Mitarbeitenden. Monotätigkeiten werden unbeliebter, inhaltliche Flexibilität ist gefragt. Der Blick über den Tellerrand im eigenen Unternehmen oder in einem anderen Unternehmen und die Absage an starre Aufgaben und Tätigkeitsmustern wirkt sich positiv auf Selbstwertgefühl und Motivation aus und fördert neue Skills.

Für Genz Z ist ein Fehlen flexibler Arbeitsbedingungen ein wichtiger Grund, einen Job erst gar nicht in Erwägung zu ziehen. Zwar nennen 81 % das Gehalt als wichtigstes Kriterium. Für 74% ist die Work-Life-Balance beim Berufseinstieg sehr wichtig. 71 % wünschen sich vielfältige Aufgaben. Bei den Gehältern muss die Gastwelt aufschließen, überflügeln wird sie finanzstärkere Branchen nicht. Es bietet sich aber die Chance, in punkto Flexibilität und Work-Life-Balance ein gutes Angebot zu machen und so junge Talente zu gewinnen.

Zeitliche Flexibilität
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finden zeitliche Flexibilität wichtig
Räumliche Flexibilität
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finden räumliche Flexibilität wichtig

Next Work wirkt

Next Work ist der Schlüssel für erfolgreiche Mitarbeiterwerbung und -bindung – vor allem im Dienstleistungssektor

Menschliche Arbeitskraft erhält im Dienstleistungssektor künftig einen neuen Wert:
Von Total Cost zu Total Value of Employee

Arbeitskraft ist keine unendliche Ressource mehr. Die Unternehmen stehen in einem sich zuspitzenden Wettbewerb um Talente. Mitarbeitende sind das Rückgrat jedes (Dienstleistungs-)Betriebs. Ohne ihr Know-how, ihre Fähigkeiten und ihren Einsatz ist ein erfolgreiches Unternehmen nicht denkbar. Das gilt im Besonderen für Dienstleistungen, wo die Arbeit mit und am Kunden besondere Skills erfordert.

Statt sich zu fragen, was ein Mitarbeitender den Betrieb kostet, sollte die Frage sein, was bringt ein Mitarbeitender meinem Betrieb und wie kann ich ihn bestmöglich einsetzen und fördern?

Die durchschnittliche Wunscharbeitszeit bei allen Vollzeitmitarbeitenden in Deutschland beträgt 32,8 Wochenstunden. Die Vollzeitarbeitszeit sollte auf 35 Stunden/Woche gesenkt werden. Zugleich sollte flexibilisiert werden, wann und wo diese Arbeitszeit geleistet werden soll. Das strenge Korsett einer 5-Tage-Woche mit höchstens 8-10 Arbeitsstunden/Tag gehört auf den Prüfstand. Arbeitszeiten sollten sich an den Bedürfnissen der Unternehmen UND der Arbeitnehmenden orientieren, die saisonal oder nach Lebensabschnitt variieren können. Vollzeit arbeiten die Menschen, die 35 h arbeiten – auch wenn das bei zwei Arbeitgebern erfolgt.

Die X-Tage-Woche kommt und wird zum zentralen Element von Next Work. Dazu ist ein neues gesellschaftliches Verständnis von Vollzeitarbeit notwendig

Neun Vorschläge
an die Politik

Einige rechtliche Bedingungen müssen angepasst werden,
damit eine die flexible Arbeitswelt von Morgen rechtssicher möglich wird.

35-Stunden-Woche

Eine generelle Änderung der Definition von Vollzeit-Arbeit auf 35 Stunden

Steuerfreie Überstunden

Steuerfreie Zuschläge für Mehrarbeit über 35 Stunden

Arbeitszeit flexibilisieren

Vertrauensarbeitszeit und flexible Jahresarbeitszeitkonten ermöglichen

EU-Recht umsetzen

deutsches Arbeitszeitgesetz an EU-Arbeitszeitrichtlinie anpassen (48 h maximale Wochenarbeitszeit bei flexibler Stundenverteilung)

Bessere Rahmenbedingungen

Rahmenbedingungen für Vollzeitbeschäftigung verbessern: Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Betreuung und Pflege von älteren und kranken Angehörigen

Steuerklasse IV abschaffen

Arbeitnehmende mit mehr als einem Job sollen nicht länger steuerlich „bestraft“ werden. Die Steuerklasse VI sollte abgeschafft und die Einkommen sofort gemeinsam veranlagt werden.

Bürokratieabbau umsetzen

Arbeiten an unterschiedlichen Orten, auch im Ausland, sollte durch Bürokratieabbau einfacher werden.

Digitalisierung vorantreiben

Digitalisierung und Ausbau des Glasfasernetzes konsequenter vorantreiben.

Neue Gastweltförderbank

Neue nationale Gastweltförderbank einrichten zur Unterstützung vor allem kleiner und mittelständischer Betriebe beim digitalen/nachhaltigen Umbau .

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