{"id":9860,"date":"2024-07-11T10:00:15","date_gmt":"2024-07-11T08:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/?p=9860"},"modified":"2024-07-11T10:00:15","modified_gmt":"2024-07-11T08:00:15","slug":"dzg-gastwelt-gehoert-an-den-kabinettstisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/newsroom\/2024\/07\/11\/dzg-gastwelt-gehoert-an-den-kabinettstisch\/","title":{"rendered":"DZG: Gastwelt geh\u00f6rt an den Kabinettstisch"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Denkfabrik stellt Studie vor, die aufzeigt, wie sich die Strukturen der Tourismuspolitik des Bundes sp\u00fcrbar verbessern lassen \u2013 Politische Aufwertung des Dienstleistungssektors \u201e\u00fcberf\u00e4llig\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mit einem Bundesministerium f\u00fcr \u201eWirtschaft &amp; Tourismus\u201c k\u00f6nnte Deutschland deutlich st\u00e4rker als bislang vom Wirtschaftsfaktor Gastwelt profitieren. Das ist das Fazit einer neuen Studie des \u201eInstitute of Tourism, Travel &amp; Hospitality\u201c an der Hochschule Heilbronn im Auftrag der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG). Dem Thinktank geht es mit Blick auf die n\u00e4chste Wahlperiode nicht um den Ministeriumsnamen selbst, sondern darum, die politischen Kompetenzen f\u00fcr den Dienstleistungssektor Gastwelt (Tourismus, Travel, Hospitality &amp; Foodservice) auf Bundesebene endlich schlagkr\u00e4ftiger zu b\u00fcndeln. Aktuell verf\u00fcgen 12 Bundesministerien \u00fcber Teil-Zust\u00e4ndigkeiten.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl das \u00d6kosystem sowohl bei den Besch\u00e4ftigungszahlen (5,8 Millionen Mitarbeitende) als auch der Brutto-Wertsch\u00f6pfung (355 Milliarden Euro\/Jahr) jeweils auf Ranking-Platz 2 in Deutschland steht, geht die Bundesrepublik bislang einen Sonderweg, in dem es die Gastwelt in der politischen Hierarchie hierzulande weit unten angesiedelt ist. Die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft Europas positioniert den Sektor n\u00e4mlich unterhalb des federf\u00fchrenden Bundesministers f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz sowie eines parlamentarischen Staatssekret\u00e4rs \u201enur\u201c auf der dritten Hierarchieebene \u2013 und verschenkt damit viel Potenzial, so Dr. Marcel Klinge.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das d\u00fcrfe so nicht weitergehen, meint der Vorstandschef der Denkfabrik. Er schl\u00e4gt deshalb f\u00fcr die n\u00e4chste Wahlperiode einen Paradigmenwechsel vor: Um die enormen wirtschaftlichen Potenziale der Gastwelt besser auszusch\u00f6pfen, sei es sinnvoll, Zust\u00e4ndigkeiten radikal zu b\u00fcndeln und ein eigenes Ministerium f\u00fcr \u201eWirtschaft &amp; Tourismus\u201c oder \u201eErn\u00e4hrung, Tourismus &amp; Lebensqualit\u00e4t\u201c einzurichten. \u201eDie genaue Bezeichnung ist am Ende nicht entscheidend. Vielmehr geht es darum, dass die Gastwelt ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor sowie Garant f\u00fcr Lebensqualit\u00e4t und soziales Miteinander ist. Ein neu zugeschnittenes Bundesministerium w\u00fcrde der hohen \u00f6konomischen, sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung des Dienstleistungssektors endlich Rechnung tragen. Mit den bisherigen Strukturen holen wir national einfach nicht das Maximum raus\u201c, so der ehemalige Bundestagsabgeordnete.<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Governance-Studie blickt auf europ\u00e4ische Nachbarstaaten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Untersuchung zeigt auf, wie Tourismuspolitik, nationales Tourismusmarketing und -f\u00f6rderung in Deutschland und in anderen europ\u00e4ischen Staaten organisiert sind. Studienautor Prof. Dr. Ralf Vogler hat vor diesem Hintergrund analysiert, wie sich starke europ\u00e4ische Tourismusnationen politisch erfolgreich aufgestellt haben: \u201eIm Vergleich wird deutlich, dass L\u00e4nder mit einem hohen touristischen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) tats\u00e4chlich eigenst\u00e4ndige Tourismusministerien haben\u201c. Ein solches Ministerium sei zwar kein Garant f\u00fcr wirtschaftlichen Erfolg, doch unterstreiche eine solche strukturelle Entscheidung die hohe politische Priorit\u00e4t des Sektors in diesen L\u00e4ndern. \u201eDie Verankerung des Tourismus auf ministerialer oder einer \u00e4hnlich hohen Ebene erm\u00f6glicht mit hoher Wahrscheinlichkeit eine direktere, effektivere Steuerung und Koordination aller tourismuspolitischen Ma\u00dfnahmen\u201c, unterstreicht Vogler.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch L\u00e4nder mit niedrigerem Tourismusanteil als Deutschland setzen, so der Wissenschaftler, mindestens auf die zweite politische Hierarchieebene f\u00fcr die Steuerung der nationalen Tourismuspolitik. Deutschland sei hier explizit einen anderen Weg gegangen, indem die Verantwortung im Bundeswirtschaftsministerium, seit der Bundestagswahl 2021, lediglich auf der dritten Hierarchieebene angesiedelt wurde \u2013 bei einem \u201eKoordinator f\u00fcr Maritime Wirtschaft und Tourismus\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Auffassung der Denkfabrik ist das nicht nur ein operatives Problem, sondern ein klares Zeichen f\u00fcr die unzureichende politische Anerkennung des Sektors. \u201eDer aktuelle Tourismusbeauftragte macht einen gro\u00dfartigen Job und unterst\u00fctzt uns zu 100 Prozent \u2013 im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten. Mit Blick auf die enormen Herausforderungen in den kommenden Jahren wie den sich versch\u00e4rfenden Mitarbeitermangel, steigende Kosten und br\u00f6ckelnde Standortattraktivit\u00e4t ben\u00f6tigt der Sektor aber k\u00fcnftig eine institutionelle Verankerung auf einer hohen ministeriellen Ebene, am besten direkt am Kabinettstisch. Mit einem BIP-Anteil von rund 8,8 Prozent spielen wir bereits im oberen europ\u00e4ischen Mittelfeld \u2013 Italien oder \u00d6sterreich sind in Sichtweite. Der Schritt zu einem \u201aeigenen\u2018 Ministerium ist also realistisch und k\u00f6nnte die zentrale Forderung der Branche f\u00fcr die Bundestagswahl 2025 sein\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auch bei der deutschen F\u00f6rderpolitik gibt es Handlungsbedarf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich gebe es \u2013 laut Studie \u2013 teils gro\u00dfe Unterschiede bei der Rolle der Auslandsmarketingorganisationen und der touristischen F\u00f6rderung. Wie man es besser machen kann, zeigen Deutschlands Nachbarn: Die Tourismusnationen um uns herum verst\u00fcnden es, ein nahtloses Netzwerk zwischen politischer F\u00fchrung, nationalen Tourismusorganisationen (NTOs) und F\u00f6rderpolitiken zu weben, meint Klinge. Diese Integration f\u00fchre zu einer strategisch durchdachten Auslandsvermarktung, die Hand in Hand mit den nationalen F\u00f6rderma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So seien in \u00d6sterreich in die Marketing-Aktivit\u00e4ten der NTO strategische Aspekte integriert, und die NTO \u00fcbernehme trotz starker Kompetenzen der Bundesl\u00e4nder national einheitliche Aufgaben im Bereich der Strategieentwicklung, die eine vergleichsweise starke Bund-Land-Kooperation indizierten. Klinge: \u201eL\u00e4nder wie eben \u00d6sterreich oder auch die Schweiz bieten anschauliche Beispiele f\u00fcr eine vielschichtige und zielgerichtete F\u00f6rderung auf Bundesebene.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ans\u00e4tze dieser Nationen zeichneten sich durch eine klare strategische Ausrichtung und Koordination aus. Beide Nachbarstaaten nutzen F\u00f6rderma\u00dfnahmen, die auf die spezifischen Bed\u00fcrfnisse und Potenziale zugeschnitten sind, und integrieren diese nahtlos in ihre Gesamtstrategie. Klinge: \u201eDer fragmentierte Ansatz Deutschlands, in dem F\u00f6rderma\u00dfnahmen oft zu spezifisch und isoliert sind, steht im Kontrast zu dieser bew\u00e4hrten Praxis.\u201c Vergleichbare L\u00e4nder h\u00e4tten nationale touristische F\u00f6rders\u00e4ulen etabliert, die sich an den jeweiligen Besonderheiten des Landes orientieren, meint auch Tourismusexperte Vogler: \u201eDies gilt auch f\u00fcr die Elemente der Regionalf\u00f6rderung. In vergleichbaren L\u00e4ndern des Untersuchungsraums werden EU-Gelder stellenweise zielgerichtet f\u00fcr touristische Entwicklungsma\u00dfnahmen eingesetzt\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klinge: \u201eDeutschland kann viel von seinen erfolgreichen europ\u00e4ischen Nachbarn lernen und sollte die Gastwelt hierzulande als eine zentrale S\u00e4ule seiner Wirtschaft und als Schl\u00fcssel zu nachhaltigem Wachstum, gesellschaftlichem Miteinander und Lebensqualit\u00e4t neu positionieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie wurde vom K\u00f6lner Flusskreuzfahrtspezialisten&nbsp;<strong>1AVista Reisen<\/strong>&nbsp;finanziell unterst\u00fctzt. Sie kann als PDF kostenfrei heruntergeladen werden:&nbsp;<a href=\"https:\/\/bit.ly\/dzg-studie-tourismuspolitik\">https:\/\/bit.ly\/dzg-studie-tourismuspolitik<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denkfabrik stellt Studie vor, die aufzeigt, wie sich die Strukturen der Tourismuspolitik des Bundes sp\u00fcrbar verbessern lassen \u2013 Politische Aufwertung des Dienstleistungssektors \u201e\u00fcberf\u00e4llig\u201c Mit einem Bundesministerium f\u00fcr \u201eWirtschaft &amp; Tourismus\u201c k\u00f6nnte Deutschland deutlich st\u00e4rker als bislang vom Wirtschaftsfaktor Gastwelt profitieren. 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