{"id":8981,"date":"2024-05-21T15:00:05","date_gmt":"2024-05-21T13:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/?p=8981"},"modified":"2024-05-21T15:00:05","modified_gmt":"2024-05-21T13:00:05","slug":"wenn-der-roboter-die-vegane-currywurst-braet-so-isst-deutschland-ausserhalb-der-eigenen-vier-waende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/newsroom\/2024\/05\/21\/wenn-der-roboter-die-vegane-currywurst-braet-so-isst-deutschland-ausserhalb-der-eigenen-vier-waende\/","title":{"rendered":"Wenn der Roboter die vegane Currywurst br\u00e4t:\u00a0So isst Deutschland au\u00dferhalb der eigenen vier W\u00e4nde"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><em>Neue DZG-Studie untersucht aktuelle Trends und Herausforderungen im Markt des Au\u00dfer-Haus-Essens nach Corona \u2013 Schnellgastronomie neuer Marktf\u00fchrer<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie isst Deutschland au\u00dferhalb der eigenen vier W\u00e4nde nach Corona? Homeoffice, monatelange Schlie\u00dfungen und gest\u00f6rte Lieferketten haben die Branche teils deutlich ver\u00e4ndert. Der Au\u00dfer-Haus-Verpflegungsmarkt (AHV), von B\u00e4ckereien und Tankstellen \u00fcber Restaurants bis zu Eventcatering, spielt eine wichtige Rolle als t\u00e4glicher Versorger von \u00fcber elf Millionen von Menschen. Welchen Herausforderungen der AHV ausgesetzt ist, wo die Reise hingeht und wo die Politik noch besser unterst\u00fctzen kann, untersucht eine neue Studie im Auftrag der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG), die von der Food-Expertin Prof. Dr. Jana R\u00fcckert-John ausgearbeitet wurde. Fazit: Die Schnellgastronomie ist der neue Star am Food-Himmel, vegane Gerichte sowie Koch- und Serviceroboter sind auf dem Vormarsch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Au\u00dfer-Haus-Verpflegungsmarkt wichtiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktor<br><\/strong>Mit einem Gesamtumsatz von 84,5 Milliarden Euro im Jahr 2023, rund elf Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr und zwei Prozent mehr im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 (Circana), ist der Au\u00dfer-Haus-Verpflegungsmarkt eine der zentralen Wertsch\u00f6pfungss\u00e4ulen in Deutschland. Der AHV hat dar\u00fcber hinaus auch noch eine hohe gesellschaftliche Relevanz f\u00fcr den Alltag von Millionen Menschen, die au\u00dfer Haus essen. Ob der morgendliche Coffee to go am Bahnsteig, der Mittagstisch beim Metzger oder das Candlelight Dinner beim Italiener \u2013 nahezu alle Deutschen nutzen mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig externe Essensangebote.<strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Corona-Effekte ver\u00e4ndern G\u00e4steverhalten deutlich<\/strong><br>Die neue DZG-Studie zeigt auf, dass sich bei der individuellen Au\u00dfer-Haus-Versorgung seit Corona vieles ver\u00e4ndert hat: Die j\u00e4hrlichen Besucherzahlen reichen mit 8,79 Milliarden Besuchen noch nicht wieder an den Wert von 2019 (9,8 Milliarden Besuche) heran. Dass die Ums\u00e4tze dennoch gestiegen sind, erkl\u00e4rt sich dadurch, dass die G\u00e4ste pro Besuch mehr ausgeben. Der Durchschnitts-Bon lag 2023 bei 10,21 Euro pro Besuch (im Vergleich zu 9,64 Euro 2019). Hauptgrund hierf\u00fcr: gestiegene Preise. Anstelle der Bedien- und Hotelgastronomie, die 2019 noch den Markt anf\u00fchrte, erzielte die Schnellgastronomie im Jahr 2023 mit 32,74 Milliarden Euro den gr\u00f6\u00dften Marktanteil und erreichte dabei eine Umsatzsteigerung von 16,1 Prozent. Zu den wesentlichen Gr\u00fcnden z\u00e4hlen der anhaltende Trend zu Homeoffice und die Nutzung von Lieferservices, die gestiegene Preissensibilit\u00e4t der Verbraucher:innen und der Arbeitskr\u00e4ftemangel, der sich vor allem in der bedienorientierten Gastronomie negativ bemerkbar macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ohne Gastgeber keine Gastlichkeit<br><\/strong>Eine Branche, in der G\u00e4ste im Mittelpunkt stehen, ist darauf angewiesen, dass ausreichend Personal zur Verf\u00fcgung steht. Mindestens 100.000 Arbeitskr\u00e4fte fehlen dabei schon heute. Laut einer aktuellen Prognose der DZG und des Fraunhofer IAO k\u00f6nnten bis zum Jahr 2030 noch einmal weitere 600.000 Mitarbeitende aus der Gastwelt (Tourismus, Hospitality &amp; Foodservice) in den Ruhestand gehen. Der gesamte Dienstleistungssektor wird nach den Umsatzeinbr\u00fcchen w\u00e4hrend der Pandemie nicht mehr als krisensicherer Arbeitgeber wahrgenommen. L\u00f6sungen bieten verbesserte Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen, h\u00f6here Geh\u00e4lter sowie New-Work-Angebote. Insbesondere mehr Einstiegsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Quereinsteiger:innen und ausl\u00e4ndisches Personal k\u00f6nnten helfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge seien die Lockerungen des neuen Fachkr\u00e4fte-Einwanderungsgesetzes noch nicht ausreichend, um das sich zuspitzende Personalproblem in den Griff zu bekommen. Die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (BA) gehe davon aus, dass eine j\u00e4hrliche Netto-Zuwanderung von mindestens 400.000 Arbeitskr\u00e4ften n\u00f6tig sei, um das derzeitige Arbeitskr\u00e4fteangebot aufrechtzuerhalten. Mit den neuen Zuwanderungsregeln w\u00fcrden jedoch \u201enur\u201c 65.000 bis 75.000 zus\u00e4tzliche Mitarbeitende pro Jahr gewonnen \u2013 und das f\u00fcr die gesamte deutsche Wirtschaft, so Klinge. Schnellere Verfahren, insbesondere bei der Terminvergabe in den deutschen Botschaften, weniger B\u00fcrokratie und ein einfacheres Onboarding nach der Einreise (z.B. bei der Wohnungssuche) w\u00e4ren eine gro\u00dfe Hilfe. \u201eAu\u00dferdem werben wir daf\u00fcr, dass im n\u00e4chsten Schritt bereits ein unbefristeter Arbeitsvertrag f\u00fcr eine Arbeitserlaubnis reicht. Unsere Betriebe sind Integrations-Weltmeister \u2013 wenn uns die Politik l\u00e4sst\u201c, so der ehemalige Bundestagsabgeordnete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Digitalisierung mit gro\u00dfem Entlastungspotential<br><\/strong>Auch weitere Digitalisierungsanstrengungen k\u00f6nnten zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen. W\u00e4hrend der Pandemie lag der Fokus vor allem auf Prozessen wie digitale Tischreservierung und Essensvorbestellung, Homeoffice-M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Mitarbeitende und Lieferservice. Durch den verst\u00e4rkten Einsatz von Koch- und Servicerobotern, Self-Order-Terminals oder auch K\u00fcnstlicher Intelligenz f\u00fcr Recruiting-Prozesse k\u00f6nnen Gastronom:innen aber auch dem Arbeitskr\u00e4ftemangel etwas entgegensetzen. Wobei die sch\u00f6ne neue KI-Welt nicht ganz einfach zu realisieren ist \u2013 schlie\u00dflich ist es der Gastgebercharakter, der die Branche auszeichnet. Und die neuen Technologien sind kostenintensiv, auch wenn Roboter keinen Lohn erwarten. So werden zwar Roboter vorgestellt, die Pasta produzieren und Essen an den Tisch bringen. Das Wichtigste ist aber die Akzeptanz der G\u00e4ste f\u00fcr die digitalen Neuerungen. Klinge: \u201eDie Branche ben\u00f6tigt au\u00dferdem mehr finazielle F\u00f6rderung, um die notwendigen Investitionen in Digitalisierung- und Automatisierung auch stemmen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nachhaltig wirtschaften und kochen ist eine wichtige Stellschraube<br><\/strong>Und nicht zuletzt betrifft das Thema Nachhaltigkeit als eine der dr\u00e4ngendsten Aufgaben auch den AHV-Markt, so die DZG-Untersuchung. Olivier K\u00f6lsch, Studienexperte und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bundesvereinigung der Deutschen Ern\u00e4hrungsindustrie: \u201eIn der Branche ist Nachhaltigkeit eigentlich kein Thema mehr, sondern ein Metathema. Hier sind wir immer bestrebt, die Erwartungen zu erf\u00fcllen beziehungsweise bei dem Thema aktiv voranzugehen.\u201c Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung des CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdrucks reichen von der Umstellung auf \u00d6ko-Strom und CO<sub>2<\/sub>-Kompensationsprojekten \u00fcber ressourcenschonende Verpackungen und Mehrwegsysteme bis zur Kreislaufwirtschaft und verk\u00fcrzten Lieferketten. Dar\u00fcber hinaus setzen Gastronom:innen auf ein Angebot pflanzenbetonter, regionaler und saisonaler Speisen. Dies wird nicht nur von den G\u00e4sten erwartet, sondern ist in Zeiten inflation\u00e4rer Weltmarktpreise auch aus betrieblicher Sicht unumg\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eUnsere Untersuchung zeigt, dass die mit der Corona-Pandemie einhergegangenen Ver\u00e4nderungen die Segmente des Au\u00dfer-Haus-Marktes in unterschiedlicher Weise getroffen haben\u201c, so Autorin Prof. Dr. R\u00fcckert-John. Jeder geschlossene Betrieb bedeute nicht nur einen Verlust f\u00fcr Gastronomen und Mitarbeitende. Es bedeute auch einen kulturellen Verlust und f\u00fcr die Menschen, die dort ihre Speisen bezogen haben, pers\u00f6nliche Einschr\u00e4nkungen. Deutschland brauche Vielfalt in der Au\u00dfer-Haus-Verpflegung und daher sei es wichtig, dass die Branche von der Politik mit ihrer enormen Alltags- und Sozialrelevanz besser wahrgenommen werde, erg\u00e4nzt DZG-Sprecher Klinge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie zur Au\u00dfer-Haus-Verpflegung in Post-Corona-Zeiten kann \u00fcber die DZG-Webseite bis Ende Juni kostenfrei abgerufen werden: <a href=\"https:\/\/bit.ly\/aha-studie\"><strong>https:\/\/bit.ly\/aha-studie<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>Die Umsetzung der Studie erfolgte dank der finanziellen Unterst\u00fctzung von:<\/u><\/strong> Edeka Foodservice (Lebensmittel-Gro\u00dfhandel), Intergast (Lebensmittel-Gro\u00dfhandel), Ecolab (Reinigung &amp; Hygiene) und Weitblick (Arbeitskleidung).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue DZG-Studie untersucht aktuelle Trends und Herausforderungen im Markt des Au\u00dfer-Haus-Essens nach Corona \u2013 Schnellgastronomie neuer Marktf\u00fchrer Wie isst Deutschland au\u00dferhalb der eigenen vier W\u00e4nde nach Corona? 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