{"id":3933,"date":"2023-03-15T07:29:00","date_gmt":"2023-03-15T06:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/?p=3933"},"modified":"2023-03-15T07:29:00","modified_gmt":"2023-03-15T06:29:00","slug":"mehr-resilienz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/newsroom\/2023\/03\/15\/mehr-resilienz\/","title":{"rendered":"Mehr Resilienz durch bundeseinheitliche Antrags-Plattform, neue \u201eKMU-Plus\u201c-Kategorie und nationale F\u00f6rderbank"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit 2020 rutscht Deutschland von einer Krise in die N\u00e4chste: Erst Corona, dann der wachsende Personalmangel und schlie\u00dflich der Ukraine-Krieg inklusive Energiekostenexplosion und Inflation \u2013 eine typische Polykrise. Die rund 250 000 Unternehmen der Tourismus-, Travel-, Hospitality- und Foodservice-Industrie (360\u00b0Gastwelt) haben in dieser Zeit ihre Gesch\u00e4ftsmodelle immer wieder angepasst und eigene Strukturen hinterfragt. <\/p>\n\n\n\n<p>Trotz milliardenschwerer Staatshilfen und gro\u00dfem unternehmerischem Einsatz hat die Gastwelt dennoch wirtschaftlich und personell an Substanz verloren. Vor diesem Hintergrund hat die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) in einem neuen Policy-Paper 15 Ideen und Vorschl\u00e4ge entwickelt, die das \u00d6kosystem resilienter machen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEin effektives Krisenmanagement und die Verbesserung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit im Allgemeinen sind zentrale Bausteine, um die \u00f6konomischen und gesellschaftlichen Folgen von Polykrisen k\u00fcnftig besser abzufedern\u201c,<\/em> erkl\u00e4rt Denkfabrik-Vorstand Dr. Marcel Klinge. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu den umfangreichen Wirtschaftshilfen von Bund und L\u00e4ndern hat der Thinktank das Feedback aus mehreren hundert F\u00e4llen ausgewertet. <em>\u201eDie H\u00f6he der Zahlungen, immerhin \u00fcber 130 Milliarden Euro ohne Kurzarbeitergeld, waren eine unglaublich wertvolle St\u00fctze. Daf\u00fcr sind alle Unternehmen der Politik auch sehr dankbar. Verbesserungsbedarf sehen sie aber beim Krisenmanagement, hier wurden drei Baustellen immer wieder genannt: Die Abwicklung war insgesamt zu langsam, die technische Beantragung zu kompliziert und die Hilfen in Teilen nicht treffsicher genug. Auf diese Stellschrauben haben wir den Fokus in unserem Papier gelegt\u201c,<\/em> so der fr\u00fchere Bundestagsabgeordnete.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bundesweite Antrags-Plattform mit KI-Unterst\u00fctzung<\/h4>\n\n\n\n<p>Um das Antrags-Handling in Zukunft sp\u00fcrbar zu beschleunigen, schl\u00e4gt die DZG als wichtigste neue Ma\u00dfnahme die Einrichtung einer bundesweiten, branchen\u00fcbergreifenden, digitalen Antrags-Plattform zur Abwicklung von staatlichen Unterst\u00fctzungszahlungen vor. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese soll mit entsprechenden L\u00e4nderprogrammen gekoppelt werden k\u00f6nnen, um ein One-Stop-Shop-Prinzip zu gew\u00e4hrleisten. Eine einheitliche Anlaufstelle reduziere das bisherige Wirrwarr bei der Beantragung und ein digitales Antrags-Handling f\u00fchre zur schnelleren Bereitstellung von \u00fcberlebenswichtiger Liquidit\u00e4t im Krisenfall, betont Klinge. <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eIn Sachen K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) erleben wir gerade, was alles m\u00f6glich sein wird. Diese Technologie sollten wir nutzen, um uns von der zeitraubenden Einzelfallpr\u00fcfung zu l\u00f6sen und analoge staatliche Strukturen nicht zu \u00fcberfordern\u201c.<\/em> Auch werde durch eine einheitliche Plattform die unterschiedliche Kriterien-Auslegung bei der Pr\u00fcfung durch die Landesbanken verhindert, die zu Ungerechtigkeiten und Wettbewerbsverzerrungen gef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">KMU-Definition erweitern und automatisch an Inflation anpassen<\/h4>\n\n\n\n<p>Flankierend pl\u00e4diert die Denkfabrik f\u00fcr die Einf\u00fchrung einer \u201eKMU-Plus\u201c-Kategorie. Die bisherigen EU-Kennziffern f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) \u2013 bis zu 249 Mitarbeitenden und ein Jahresumsatz bis zu 50 Millionen Euro \u2013 seien f\u00fcr den personalintensiven Dienstleistungssektor zu eng bemessen, zudem wurden sie seit Jahren nicht mehr in der H\u00f6he angepasst. <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eSchon mittelgro\u00dfe Hotels, Reiseb\u00fcroketten oder Caterer lagen schnell \u00fcber den KMU-Grenzen und fielen bei Unternehmenshilfen immer wieder durchs Raster. Daher ben\u00f6tigen wir \u2013 auf EU-Ebene, aushilfsweise zun\u00e4chst in Deutschland \u2013 eine erweiterte KMU-Plus-Definition mit doppelt so hohen Kennziffern. Au\u00dferdem sollen die Umsatzgrenzen jedes zweite Jahr automatisch an die Inflation angepasst werden\u201c,<\/em> erg\u00e4nzt Co-Vorstand und Hotelier Marcus Fr\u00e4nkle. F\u00fcr Verbundunternehmen mit bis zu 50 Betriebsst\u00e4tten in Deutschland schl\u00e4gt die DZG erg\u00e4nzend einen Einzelanspruch auf Hilfen vor, um der Diskriminierung mittelst\u00e4ndischer Strukturen entgegenzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nationale F\u00f6rderbank f\u00fcr Digitalisierung und Nachhaltigkeit<\/h4>\n\n\n\n<p><em>\u201eMit dem Blick auf die n\u00e4chsten Jahre haben wir uns auch mit der Frage besch\u00e4ftigt, wie wir Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit stimulieren und die krisenbedingte Eigenkapitalschw\u00e4che vieler Unternehmen abfedern k\u00f6nnen. Die Einrichtung einer nationalen F\u00f6rderbank nach dem Vorbild der \u00f6sterreichischen Tourismusbank w\u00e4re hierauf die optimale Antwort\u201c,<\/em> so Fr\u00e4nkle weiter. <\/p>\n\n\n\n<p>Fokus der Einrichtung solle die Bereitstellung von zinsg\u00fcnstigen Krediten und staatlichen F\u00f6rdergeldern f\u00fcr Investitionen sein \u2013 mit den Schwerpunkten Digitalisierung und Nachhaltigkeit. In der neuen Bank, die sich an die KfW andocken soll, k\u00f6nnten die F\u00f6rderprogramme aller Bundesministerien geb\u00fcndelt und zus\u00e4tzlich auch die f\u00fcr den jeweiligen Unternehmensstandort geltenden Programme der L\u00e4nder eingespeist werden (One-Stop-Shop-Prinzip).<\/p>\n\n\n\n<p>DZG-Sprecher Klinge: <em>\u201eAuch wenn nicht alle unserer Vorschl\u00e4ge sofort umsetzbar sind, wollen wir mit unserem Papier Impulse liefern, wie sich Staat und Gastwelt besser auf neue st\u00fcrmische Zeiten vorbereiten k\u00f6nnen. Corona war f\u00fcr hunderttausende Unternehmen und Millionen Besch\u00e4ftigte eine enorm anstrengende Zeit \u2013 wirtschaftlich wie pers\u00f6nlich. Zu viele haben unsere Industrie bereits verlassen oder aufgegeben, das soll sich k\u00fcnftig nicht mehr wiederholen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2020 rutscht Deutschland von einer Krise in die N\u00e4chste: Erst Corona, dann der wachsende Personalmangel und schlie\u00dflich der Ukraine-Krieg inklusive Energiekostenexplosion und Inflation \u2013 eine typische Polykrise. Die rund 250 000 Unternehmen der Tourismus-, Travel-, Hospitality- und Foodservice-Industrie (360\u00b0Gastwelt) haben in dieser Zeit ihre Gesch\u00e4ftsmodelle immer wieder angepasst und eigene Strukturen hinterfragt. 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