{"id":3440,"date":"2022-10-25T12:07:36","date_gmt":"2022-10-25T10:07:36","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/?p=3440"},"modified":"2022-10-25T12:07:36","modified_gmt":"2022-10-25T10:07:36","slug":"neue-fraunhofer-studie-schaerft-bewusstsein-fuer-gastlichkeit-wertschoepfung-bei-355-mrd-4-1-mio-beschaeftigte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/newsroom\/2022\/10\/25\/neue-fraunhofer-studie-schaerft-bewusstsein-fuer-gastlichkeit-wertschoepfung-bei-355-mrd-4-1-mio-beschaeftigte\/","title":{"rendered":"Neue Fraunhofer Studie sch\u00e4rft Bewusstsein f\u00fcr Gastlichkeit: Wertsch\u00f6pfung bei 355 Mrd. + 4.1 Mio. Besch\u00e4ftigte"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Die Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie geh\u00f6rt gemessen an ihrer Brutto-Wertsch\u00f6pfung (355,3 Milliarden) und ihren Besch\u00e4ftigungszahlen (4,1 Millionen) zu den TOP-3-Wirtschaftsbranchen in Deutschland. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer neuen Studie des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Arbeitswirtschaft und Organisation IAO mit dem Titel \u00a0\u201eWirtschaftsfaktor 360\u00b0 Gastwelt\u201c im Auftrag der Tourismus-Denkfabrik Union der Wirtschaft (UdW). Die Untersuchung wurde heute von der federf\u00fchrenden Wissenschaftlerin Prof. Dr. Vanessa Borkmann sowie den UdW-Vorst\u00e4nden Alexander Aisenbrey und Dr. Marcel Klinge vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Studie pr\u00e4sentiert mit der 360\u00b0 Gastwelt ein ganz neues Verst\u00e4ndnis von \u201eGastlichkeit\u201c als Serviceprodukt und zeigt damit den Weg f\u00fcr eine Weiterentwicklung einer bislang stark fragmentierten Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie (Hersteller, H\u00e4ndler, Zulieferer) zu einem vernetzten Business Ecosystem auf. Die Kernklientel, und damit Zielgruppe der Wertsch\u00f6pfungsbetrachtung, umfasst Touristen, Gesch\u00e4ftsreisende, aber auch die lokale Bev\u00f6lkerung. \u201eWenn wir bislang \u00fcber Gastlichkeit gesprochen haben, standen Reisende im Fokus. Gastlichkeit findet aber tagt\u00e4glich im Leben von uns allen statt \u2013 ob auf dem Weg zur Arbeit beim B\u00e4cker oder im Coffeeshop, bei Events und Messen, in der Kantine zum Mittagessen, in neuen Coworking-Spaces oder Freizeitsparks, bei der Schul- und Krankenhausverpflegung, im Reiseb\u00fcro oder eben in Hotels oder der klassischen Gastro\u201c, betont Klinge. 12-15 Prozent der gesamten Lebenszeit verbringe jeder durchschnittlich in der Gastwelt und damit jede achte Minute, so die Studie. \u201eGastlichkeit ist also keine Sache, die man zwei bis drei Mal im Jahr im Urlaub erf\u00e4hrt, sondern ein zentraler Eckpfeiler unseres t\u00e4glichen Lebens und gesellschaftlichen Miteinanders. Ohne Gastlichkeit w\u00fcrde unserem Land ein wichtiger sozialer Stabilit\u00e4tsanker fehlen\u201c, sagt der fr\u00fchere Bundestagsabgeordnete.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>G\u00e4ste und Mitarbeitende r\u00fccken in den Fokus<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Fraunhofer-Team konstatiert in seiner Untersuchung, dass Gastlichkeit gerade nach den j\u00fcngsten Lockdown-Erfahrungen eine Art \u201eRenaissance\u201c erlebe. Borkmann: \u201eVielen ist in den Monaten zuhause bewusst geworden, was uns als Gesellschaft fehlt, wenn wir keine Orte und M\u00f6glichkeiten zur sozialen Interaktion haben, ob im beruflichen oder privaten Umfeld. Wenn auch die Werte der Gastlichkeit \u00fcberwiegend kommerziell sind, werden eben auch die nicht-kommerziellen, die sozialen Werte, immer wichtiger\u201c. Dazu z\u00e4hle, so Borkmann, dass man auch die Bed\u00fcrfnisse der Gastgeberinnen und Gastgeber und lokalen Bev\u00f6lkerung st\u00e4rker ber\u00fccksichtige. \u201eWir stellen mit dem Modell der 360\u00b0 Gastwelt den Gast sowie die Mitarbeitenden in den Mittelpunkt. Gastlichkeit wird zum gemeinsamen Purpose, zum verbindenden Element der Teilsysteme Tourismus, Hospitality, Catering, Gastronomie sowie Food und Non-Food\u201c, unterstreicht sie.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Forschungsteam kommt in seiner Untersuchung zu dem Schluss, dass das bisherige Konzept der Tourismuswirtschaft keine ganzheitliche Perspektive auf Gastlichkeit einnehme. Die Studie pr\u00e4sentiert vor diesem Hintergrund ein neues, leistungsf\u00e4higes Modell, mit dem Ziel, ein gemeinsames Business Ecosystem zu entwickeln. \u201eF\u00fcr ein positives Gastlichkeitserlebnis sind unglaublich viele Akteure beteiligt, mehr, als wir im Alltag wahrnehmen. Ohne eine funktionierende W\u00e4scherei oder leistungsstarke Food-Produzenten k\u00f6nnen Hotels und Restaurants nicht arbeiten. F\u00fcr Kartenzahlungen sind Finanzdienstleister n\u00f6tig, f\u00fcr Reisen Mobil\u00e4tsunternehmen und leistungsstarke IT-Systeme, f\u00fcr die Krankenhausverpflegung regionale Caterer. Schon diese Beispiele zeigen, wie weit verzweigt und komplex die Wertsch\u00f6pfungsnetzwerke der 360\u00b0 Gastwelt in der Realit\u00e4t sind. Daher ist eine ganzheitlichere Betrachtung, also ein neues Big Picture, \u00fcberf\u00e4llig\u201c, erkl\u00e4rt Denkfabrik-Vorstand Aisenbrey.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Neue Besch\u00e4ftigungs- und Wertsch\u00f6pfungszahlen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Neben dieser qualitativen Betrachtung pr\u00e4sentieren die Autoren auch neue, spannende Kennziffern zur 360\u00b0 Gastwelt. Durch den erweiterten Blick auf das System summiert die Studie bei den Besch\u00e4ftigungszahlen 4,1 Mio. Erwerbst\u00e4tige (direkt und indirekt), was einem Anteil von neun Prozent aller Besch\u00e4ftigten entspricht. Die Berechnungen liegen rund 35 Prozent \u00fcber den bisherigen Zahlen von rund drei Millionen Erwerbst\u00e4tigen. \u201eMit unserer neuen Gastwelt-Perspektive n\u00e4hern wir uns mehr und mehr einem realistischen Bild an \u2013 und das konservativ berechnet. Denn das World Travel and Tourism Council (WTTC), dessen Zahlen ebenfalls in der Studie zu finden sind und deren Daten auch von der Bundesregierung genutzt werden, geht sogar von 5,9 Mio. Besch\u00e4ftigten aus (direkt und indirekt). So oder so, beim Multi-Akteursnetzwerk 360\u00b0 Gastwelt handelt es sich um einen Bigplayer der deutschen Wirtschaft\u201c, fasst Marcel Klinge zusammen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beeindruckend sind auch die in der Studie pr\u00e4sentierten Zahlen zur Brutto-Wertsch\u00f6pfung: Diese betr\u00e4gt laut aktuellen WTTC-Daten 355,3 Mrd. Euro. Damit liegt der Tourismus nach der Automobilindustrie und noch vor dem Maschinenbau und Einzelhandel auf Platz 2.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Anschlussstudie in 2023 geplant<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In einem n\u00e4chsten Schritt wollen das Fraunhofer IAO und die Denkfabrik Union der Wirtschaft im Jahr 2023 basierend auf dem neuen 360\u00b0 Gastwelt-Modell neue KPIs (Key Performance Indicator bzw. Schl\u00fcsselkennzahlen) untersuchen, die noch st\u00e4rker die Megatrends Nachhaltigkeit und Resilienz ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie geh\u00f6rt gemessen an ihrer Brutto-Wertsch\u00f6pfung (355,3 Milliarden) und ihren Besch\u00e4ftigungszahlen (4,1 Millionen) zu den TOP-3-Wirtschaftsbranchen in Deutschland. 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