{"id":14465,"date":"2026-07-29T09:00:16","date_gmt":"2026-07-29T07:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/newsroom\/?p=14465"},"modified":"2026-07-23T13:42:55","modified_gmt":"2026-07-23T11:42:55","slug":"raus-aus-der-dauer-stagnation-dzg-legt-wachstumsagenda-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/newsroom\/2026\/07\/29\/raus-aus-der-dauer-stagnation-dzg-legt-wachstumsagenda-vor\/","title":{"rendered":"Raus aus der Dauer-Stagnation: DZG legt Wachstumsagenda vor"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Elf-Punkte-Programm f\u00fcr mehr Investitionen, Besch\u00e4ftigung und Steuerfairness in der Gastwelt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Deutschland steckt in der l\u00e4ngsten Stagnationsphase seiner Geschichte. Klassische Wachstumsindustrien wie die Automobilbranche geraten durch Z\u00f6lle, agressive Wettbewerber und geopolitische Konflikte massiv unter Druck \u2013 Faktoren, auf die Deutschland oftmals selbst wenig Einfluss hat. Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) sieht darin auch eine gro\u00dfe Chance: Anders als exportabh\u00e4ngige Industrien h\u00e4ngt die Gastwelt \u2013 Hotellerie, Gastronomie, Foodservice, Tourismus und Freizeitwirtschaft \u2013 vor allem an der Binnennachfrage und ist resilienter gegen\u00fcber externen Schocks. \u201eUnter den richtigen politischen Rahmenbedingungen kann die Gastwelt zu einem noch st\u00e4rkeren Wachstumstreiber werden. Dieses Chance sollte die Bundespolitik jetzt unbedingt nutzen und unseren Dienstleistungssektor mit seinen 6,1 Millionen Besch\u00e4ftigen gezielt unterst\u00fctzen\u201c, erkl\u00e4rt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vor diesem Hintergund hat die DZG ein Elf-Punkte-Programm f\u00fcr mehr Wachstum in der Gastwelt vorgelegt, das gezielt bei den Themen Arbeit, Steuern, Investitionen und B\u00fcrokratie ansetzt. \u201eUnser Land stagniert seit Jahren, mit weitreichenden Folgen f\u00fcr das soziale Miteinander und das Vertrauen in politische Institutionen. Wir m\u00fcssen daher jetzt vor allem den Binnenkonsum ankurbeln \u2013 das gelingt nur mit steuerlichen Entlastungen, die die Menschen wirklich in ihrer Geldb\u00f6rse sp\u00fcren\u201c, sagt Klinge. Die angek\u00fcndigte Renten- und Steuerreform der Bundesregierung erh\u00f6he hingegen die Arbeitskosten sogar noch weiter und entlaste Konsumen im Gegenzug nur geringf\u00fcgig: \u201e13 bis 20 Euro im Monat soll ein alleinstehender Durchschnittsverdiener durch die geplante Steuerreform ab 2027 durchschnittlich mehr zur Verf\u00fcgung haben. Das reicht nicht, um Kaufkraft und Konsumlaune in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe zur\u00fcckzubringen. Hier muss mehr passieren und dazu haben wir unserem Elf-Punkte-Programm eine Reihe von Vorschl\u00e4gen und Ma\u00dfnahmen formuliert\u201c, betont Klinge.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Konsumstimmung und Nachfrage stabilisieren<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So soll der erm\u00e4\u00dfigte Umsatzsteuersatz auf Speisen und Beherbergung dauerhaft \u2013 ohne st\u00e4ndige Infragestellung \u2013 gesichert werden und aus Gleichbehandlungsgr\u00fcnden auf alkoholfreie Getr\u00e4nke ausgeweitet werden. Die DZG fordert zudem einen bundesweiten Verzicht auf neue konsumd\u00e4mpfende Sonderabgaben wie City-Tax-Ausweitungen oder Verpackungssteuern sowie eine gezielte steuerliche Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen, um die Inlandsnachfrage wieder sp\u00fcrbar anzukurbeln. Hierzu k\u00f6nnte z.B. diesen Herbst eine staatliche Lebensmittel-Entlastungspauschale in H\u00f6he von 300 Euro an alle einkommensteuerpflichtigen Erwerbst\u00e4tigen ausbezahalt werden \u2013 analog zur Energie-Entlastungspauschale aus 2022.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Arbeit erm\u00f6glichen und Minijobs erhalten<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die DZG spricht sich au\u00dferdem f\u00fcr die beschleunigte Einf\u00fchrung einer flexiblen Wochenarbeitszeit sowie f\u00fcr praxistaugliche Ruhezeit- und Schichtmodelle f\u00fcr Saison-, Messe-, Event- und Gemeinschaftsverpflegungsbetriebe aus. Besonders wichtig ist der Denkfabrik der Erhalt der bisherigen Minijob-Regelung. Derzeit seien bundesweit rund sieben Millionen Menschen als Minijobber besch\u00e4ftigt, 3,5 Millionen davon m\u00fctzen den Minijob als Zweitverdienst. Allein in der Gastwelt w\u00e4ren 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen direkt betroffen \u2013 viele von ihnen w\u00fcrden unter den neuen Bedigungen wohl keinem Minijob mehr nachgehen. \u201eKommt die neue Regelung wie geplant, wird der Minijob-Markt in gro\u00dfen Teilen kolabieren\u201c, prognostiziert der ehemaliger Bundestagsabgeordnete.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Arbeitskr\u00e4fte gewinnen und Mitarbeitende qualifizieren<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ohne zus\u00e4tzliche qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte aus dem Ausland bleibt das Wirtschaftswachstum in Deutschland zwangsl\u00e4ufig begrenzt. Die DZG schl\u00e4gt aus diesem Grund die Einf\u00fchrung eines \u201eFast-Track-Visums\u201c f\u00fcr alle Unternehmen mit verbindlichen staatlichen Bearbeitungsfristen vor, dazu die vollst\u00e4ndige Digitalisierung von Visa-, Anerkennungs- und Arbeitsaufnahmeverfahren bis Ende 2027 sowie mehr Kapazit\u00e4ten in den deutschen Auslandsvertretungen. Erg\u00e4nzend soll die duale Ausbildung modernisiert und eine Arbeitgeberzertifizierung f\u00fcr tarifgebundene, ausbildende und integrationsstarke Betriebe eingef\u00fchrt werden. Erg\u00e4nzend k\u00f6nnte eine steuerliche Sonderabschreibung von 50 Prozent den Bau von dringend ben\u00f6tigtem Mitarbeiterwohnraum erleichtern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Investitionsstau aufl\u00f6sen und Energiekosten senken<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Viele der rund 250.000 Gastwelt-Betriebe verschieben aktuell \u00fcberf\u00e4llige Investitionen in Digitalisierung, Robotik und Klimatechnik in die Zukunft, weil das Eigenkapital fehlt oder sich die Finanzierung als schwierig gestaltet. Die DZG pl\u00e4diert aus diesem Grund f\u00fcr eine staatliche eInvestitionspr\u00e4mie von mindestens 25 Prozent, beschleunigte steuerliche Abschreibungen sowie niedrigere Energie- und CO2-Kosten, etwa durch eine Senkung der Stromsteuer auf das europ\u00e4ische Mindestniveau. Gerade mittelst\u00e4ndische Betriebe leiden immer st\u00e4rker unter restriktiven Kreditvergaben. Die DZG setzt sich f\u00fcr eine eigene Gastwelt- und Tourismus-Bank nach internationalem Vorbild ein, bei der F\u00f6rdermittel von Bund und L\u00e4ndern nach dem \u201eOne-Stop-Shop\u201c-Prinzip zentral und digital abgerufen werden k\u00f6nnen. F\u00f6rderfokus der neun Bank k\u00f6nnten Digitalisierung, KI und Robotik sein. Auch erweiterte B\u00fcrgschaftsprogramme und Haftungsfreistellungen finden sich im Elf-Punkte-Programm.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>B\u00fcrokratie- und Steuermoratorium umsetzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als kurzfristig wirksamste Ma\u00dfnahme dr\u00e4ngt der Thinktank auf ein dreij\u00e4hriges Moratorium f\u00fcr neue Steuern, Abgaben und Berichtspflichten sowie auf bundesweit einheitliche digitale Verfahren. F\u00fcr die Logistikkette schl\u00e4gt die DZG eine Entlastung nach dem Vorbild des Agrardiesels sowie ein Maut-Moratorium vor, beim Pauschalreiserecht praxistaugliche Regeln f\u00fcr klassische Hotelarrangements.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Steuerfairness f\u00fcr Pachtbetriebe und Gegenfinanzierung<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Au\u00dferdem wirbt die Organisation in ihrem Papier f\u00fcr eine steuerliche Korrektur bei Hotel-Pachtbetriebem. Anders als Management- oder Franchisebetreiber werden sie durch die gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Pachtzinsen zus\u00e4tzlich belastet, obwohl sie das gr\u00f6\u00dfere unternehmerische Risiko tragen. Diese steuerliche Ungleichbehandlung m\u00fcsse beendet werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Zur Gegenfinanzierung liefert die DZG ebenfalls Vorschl\u00e4ge: \u201eF\u00fcr echte Entlastungen fehle das Geld, das ist oft zu h\u00f6ren. Das stimmt aber nur bedingt: Ein Gro\u00dfteil unserer Ideen tr\u00e4gt sich von selbst \u2013 \u00fcber zus\u00e4tzliches Wachstum und damit verbundene h\u00f6here Steuereinnahmen. Der Rest lie\u00dfe sich ohne zuzs\u00e4tzliche Schulden zum Biespiel auch \u00fcber den Verkauf von Bundesbeteiligungen decken \u2013 etwa die der Deutschen Telekom und Deutschen Post\u201c, sagt Klinge.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elf-Punkte-Programm f\u00fcr mehr Investitionen, Besch\u00e4ftigung und Steuerfairness in der Gastwelt Deutschland steckt in der l\u00e4ngsten Stagnationsphase seiner Geschichte. Klassische Wachstumsindustrien wie die Automobilbranche geraten durch Z\u00f6lle, agressive Wettbewerber und geopolitische Konflikte massiv unter Druck \u2013 Faktoren, auf die Deutschland oftmals selbst wenig Einfluss hat. 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