{"id":14352,"date":"2026-07-02T09:00:54","date_gmt":"2026-07-02T07:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/newsroom\/?p=14352"},"modified":"2026-07-02T11:43:56","modified_gmt":"2026-07-02T09:43:56","slug":"dzg-wer-minijobs-vom-platz-stellt-verliert-das-ganze-spiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/newsroom\/2026\/07\/02\/dzg-wer-minijobs-vom-platz-stellt-verliert-das-ganze-spiel\/","title":{"rendered":"DZG: Wer Minijobs vom Platz stellt, verliert das ganze Spiel"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Denkfabrik sieht massive Negativfolgen f\u00fcr Hospitality, Catering, Handel und Eventwirtschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) warnt vor den Folgen der geplanten Abschaffung des Minijob-Status. Aus Sicht der DZG w\u00fcrde dies weder den Arbeitsmarkt noch die Rentenversicherung nachhaltig st\u00e4rken. Stattdessen drohten massive Personalengp\u00e4sse in Gastronomie, Hotellerie, Catering, Handel, Pflege sowie im Event- und Messebereich. \u201eWenn das tats\u00e4chlich so 2027 umgesetzt wird, wird es k\u00fcnftig keine Fu\u00dfballspiele mehr in ihrer heutigen Form geben \u2013 weil Sicherheits-, Ordnungs-, Technik- und Gastronomiepersonal nicht mehr ausreichend zur Verf\u00fcgung stehen werden. Und das w\u00e4re nur der Anfang. Die Bundesregierung sollte ihre Minijob-Pl\u00e4ne daher wieder fallen lassen\u201c, sagt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zum 31. M\u00e4rz 2026 waren bundesweit rund 6,55 Millionen Menschen in gewerblichen Minijobs besch\u00e4ftigt, darunter 873.000 Minijobber im Gastgewerbe. \u201eMinijobs sind also keine Randerscheinung des Arbeitsmarktes, sondern de facto ein entscheidender Stabilit\u00e4tsfaktor f\u00fcr die Dienstleistungswirtschaft in Deutschland. Ohne sie k\u00f6nnen viele Bereiche auf absehbare Zeit ihren Aufgaben nicht mehr vern\u00fcnftig nachkommen k\u00f6nnen\u201c, so der ehemalige Bundestagsabgeordnete. Wer davon ausgehe, dass geringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigung automatisch in sozialversicherungspflichtige Stellen \u00fcbergingen, verkenne die Lebensrealit\u00e4t vieler Menschen und die \u00f6konomische Lage. Studierende, Rentner, Eltern oder Menschen mit einem Hauptberuf brauchen flexible Besch\u00e4ftigungsformen. Fallen diese ersatzlos weg, verschwindet nicht die Arbeit, sondern die Arbeitskraft\u201c. Aus Sicht der Denkfabrik w\u00fcrde dies eine massive Mitarbeiterkrise verursachen \u2013 ein sp\u00fcrbarer R\u00fcckgang von Reise-, Essens-, \u00dcbernachtungs-, Veranstaltungs- und Freizeitangeboten w\u00e4re dadurch vorprogrammiert.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Minijobs sichern Besch\u00e4ftigung und Angebot<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Denkfabrik verweist darauf, dass viele Betriebe bereits heute ihren Personalbedarf nicht mehr decken k\u00f6nnen, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von der Art des Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses: Verk\u00fcrzte \u00d6ffnungszeiten, eingeschr\u00e4nkte Angebote oder zus\u00e4tzliche Ruhetage seien vielerorts auch Folge fehlender Mitarbeiter. Gleichzeitig seien die gewerblichen Minijobs zuletzt r\u00fcckl\u00e4ufig gewesen. Zus\u00e4tzliche Belastungen f\u00fcr Arbeitnehmer, die je nach Steuerklasse k\u00fcnftig nur noch 400 Euro statt 600 Euro netto im Monat zus\u00e4tzlich verdienen w\u00fcrden, seien das absolute falsche Signal in der aktellen Wirtschaftslage.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch DZG-Vorstandsmitglied Ralf Gravelaar warnt vor den praktischen Folgen einer Minijob-Reform: \u201eGerade die Gastwelt, aber auch der Handel und die gesamte Dienstleistungswirtschaft leben personell von flexiblen Einsatzm\u00f6glichkeiten. Veranstaltungen, Wochenenden oder Saisonspitzen lassen sich ohne Minijobs h\u00e4ufig nicht mehr organisieren. Wer dieses Instrument abschafft, riskiert weniger Service, k\u00fcrzere \u00d6ffnungszeiten und am Ende den Verlust von Wertsch\u00f6pfung in unseren St\u00e4dten und Regionen. Diese negative Entwicklung werden alle zu sp\u00fcren bekommen\u201c, so der Personldirektor von Areas Deutschland.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Erwerbsarbeit jetzt attraktiver machen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die DZG pl\u00e4diert deshalb f\u00fcr einen anderen Ansatz. Statt bew\u00e4hrte und verl\u00e4ssliche Besch\u00e4ftigungsformen abzuschaffen, sollten die tats\u00e4chlichen Hemmnisse beseitigt werden. Dazu geh\u00f6rt insbesondere eine Reform der steuerlichen Behandlung von Zweitbesch\u00e4ftigungen. Wer neben seinem Hauptberuf zus\u00e4tzlich arbeitet, werde heute \u00fcber die Steuerklasse VI erst einmal finanziell benachteiligt. Hier lie\u00dfen sich Anreize schaffen, mehr regul\u00e4re Nebent\u00e4tigkeiten aufzunehmen, ohne die notwendige Flexibilit\u00e4t des Arbeitsmarktes einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Geringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigung m\u00fcsse insbesondere f\u00fcr Studierende, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, Rentnerinnen und Rentner, Eltern sowie Menschen mit einer Hauptbesch\u00e4ftigung erhalten bleiben. Gerade in der Gastwelt mit ihren Teilbranchen Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft seien flexible Besch\u00e4ftigungsformen wegen des Veranstaltungs-, Wochenend- und Saisonbetriebs unverzichtbar. Gleichzeitig gelte es, den \u00dcbergang in sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung attraktiver zu machen. Personalexperte Gravelaar: \u201eZus\u00e4tzliche Arbeitsstunden m\u00fcssen sich f\u00fcr Besch\u00e4ftigte wieder sp\u00fcrbar lohnen \u2013 durch steuerliche Entlastungen bei Zweitjobs, h\u00f6here Freibetr\u00e4ge und geringere Abgaben auf zus\u00e4tzliche Arbeit\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Deutschland brauche jetzt mehr Erwerbsbeteiligung \u2013 nicht weniger, erg\u00e4nzt Marcel Klinge. \u201eDie Gastwelt steht f\u00fcr Millionen Arbeitspl\u00e4tze, Lebensqualit\u00e4t und wirtschaftliche Dynamik. Wer Besch\u00e4ftigung f\u00f6rdern will, sollte flexible Arbeitsformen st\u00e4rken statt sie abzuschaffen, nur um kurzfristig Haushalts- und Sozialversicherungsl\u00f6cher notd\u00fcrftig zu stopfen.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><u>Bildunterschrift:<\/u><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wollen Minijobs in ihrer jetzigen Form erhalten: Die Denkfabrik-Vorst\u00e4nde Dr. Marcel Klinge (links) und Ralf Gravelaar. Bild: DZG.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><u style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/u><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><u>\u00a0<\/u><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denkfabrik sieht massive Negativfolgen f\u00fcr Hospitality, Catering, Handel und Eventwirtschaft Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) warnt vor den Folgen der geplanten Abschaffung des Minijob-Status. Aus Sicht der DZG w\u00fcrde dies weder den Arbeitsmarkt noch die Rentenversicherung nachhaltig st\u00e4rken. 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