{"id":12430,"date":"2025-05-07T11:00:56","date_gmt":"2025-05-07T09:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/?p=12430"},"modified":"2025-05-07T11:00:56","modified_gmt":"2025-05-07T09:00:56","slug":"mittagspause-kantinen-trotzen-homeoffice-trend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zukunft-gastwelt.de\/newsroom\/2025\/05\/07\/mittagspause-kantinen-trotzen-homeoffice-trend\/","title":{"rendered":"Mittagspause: Kantinen trotzen Homeoffice-Trend"},"content":{"rendered":"\n<p>\u2022\u00a0Nach Corona-Tief besuchen wieder mehr Menschen die 8000 Betriebsrestaurants in Deutschland<br>\u2022\u00a0Caterer und Eigenregiebetriebe versorgen t\u00e4glich fl\u00e4chendeckend 17 Millionen G\u00e4ste<br>\u2022\u00a0Deutsche sparen in der Mittagspause vor allem am Espresso und den Vorspeisen<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><strong><strong><strong>Die Besch\u00e4ftigten in Deutschland str\u00f6men trotz mobiler Arbeit wieder verst\u00e4rkt in die 8000 Betriebsrestaurants und Kantinen des Landes. Nach einem deutlichen Corona-Einbruch bewirteten die Top 30 unternehmenseigenen Cateringbetriebe im Jahr 2023 \u00fcber 45 Mio. G\u00e4ste, was im Vorjahresvergleich einem Plus von 12,1 Mio. G\u00e4sten (+36,6 Prozent) entspricht. Auch im vergangenen Jahr setzte sich das Wachstum fort: Mit 8,1 Millionen Besuchern war der Autobauer BMW Spitzenreiter, gefolgt von Mercedes-Benz (5,2 Mio.) und Volkswagen (3,5 Mio.). Insgesamt kann die Gemeinschaftsverpflegung (GV) beeindruckende Kennzahlen vorweisen: Mit einem Umsatz von 16,8 Milliarden Euro 2024 ist sie ein \u201euntersch\u00e4tzter Riese\u201c in der Au\u00dfer-Haus-Verpflegung, wie eine neue Studie im Auftrag der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) und des Deutschen Instituts f\u00fcr Gemeinschaftsgastronomie (DIG) unterstreicht. \u201eDer Sektor ist zudem ein sozialer Dreh- und Angelpunkt, der t\u00e4glich 17 Millionen Menschen mit Mahlzeiten versorgt\u201c, so Autorin Prof. Dr. Jana R\u00fcckert-John.<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ob in&nbsp;Betriebsrestaurants, Mensen, Pflegeeinrichtungen, Schulen oder Kinderg\u00e4rten: Die Gemeinschaftsgastronomie bildet neben der Individualverpflegung die zweite zentrale S\u00e4ule der Au\u00dfer-Haus-Verpflegung (AHV) in Deutschland. Sie wird entweder in Eigenregie oder von externen Contract-Caterern durchgef\u00fchrt. Mit 16,8 Milliarden&nbsp;Euro Umsatz im Jahr 2024 macht die GV rund 20 Prozent des gesamten AHV-Marktes aus. Das gr\u00f6\u00dfte Segment innerhalb der GV ist die Betriebsverpflegung, es folgen die Bereiche Education, Care, und Welfare.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausgaben pro Besuch lagen im vergangenen Jahr&nbsp;in den beiden gr\u00f6\u00dften GV-Segmenten Business- und Education bei&nbsp;durchschnittlich&nbsp;4,08 Euro. 2019 betrugen sie noch 3,22 Euro (+ 21,1 Prozent).&nbsp;Gestiegene Betriebskosten und die Fokussierung auf hochwertigere Angebote sind die Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr diese Entwicklung.&nbsp;Analog zum Ausgabeverhalten in der Individualgastronomie lassen sich auch in den Betriebsrestaurants, Kantinen und Mensen sogenannte \u201eTrading Down Effekte\u201c beobachten. So versuchen G\u00e4ste, ihre Kosten pro Besuch zu reduzieren, indem sie bestimmte Angebote weglassen oder auf g\u00fcnstigere Gerichte ausweichen. \u201eBeim Mittagessen wird nat\u00fcrlich weiterhin auf den Preis geschaut und verst\u00e4rkt an den Vorspeisen oder am Espresso gespart\u201c, so Wissenschaftlerin R\u00fcckert-John.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hohe Inflation und gestiegene Energiepreise setzen Betrieben zu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Ende der Corona-Pandemie steht die&nbsp;Gemeinschaftsverpflegung<strong>&nbsp;<\/strong>wirtschaftlich unter Dauerdruck. Die Inflation f\u00fchrte zu Preissteigerungen f\u00fcr Lebensmittel im zweistelligen Bereich, w\u00e4hrend die Energiekosten teilweise um 300 bis 500 Prozent stiegen.&nbsp;Die Erh\u00f6hung der Umsatzsteuer auf 19 Prozent Anfang 2024 versch\u00e4rfte diese Situation, besonders f\u00fcr Schul- und KiTa-Caterer. Ab dem 01.01.2026 k\u00f6nnte es hier aber nach den Pl\u00e4nen der neuen Bundesregierung zu einer Entspannung kommen, da der Steuersatz f\u00fcr Speisen dauerhaft auf sieben Prozent sinken soll. \u201eDas setzt aber voraus, dass der im Koalitionsvertrag anvisierte Mindestlohn von 15 Euro gestaffelt und nicht auf einen Schlag zum Jahreswechsel um 17 Prozent erh\u00f6ht wird. Das w\u00fcrde sonst die in Aussicht gestellten Entlastungen in der Praxis auf einen Schlag zunichtemachen\u201c, so DZG-Sprecher Klinge.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Demografische Entwicklung macht vor der GV nicht Halt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmerisch herausfordernd ist auch der sich zuspitzende Personal- und Fachkr\u00e4ftemangel. So verweist die Studie z.B. auf einen R\u00fcckgang der Ausbildungsneuvertr\u00e4ge bei K\u00f6chinnen und K\u00f6chen um 55 Prozent in den vergangenen zwei Jahrzehnten und die allgemeine demografische Entwicklung. Gleichzeitig wird es f\u00fcr Cateringunternehmen aufwendiger, offene Stellen neu zu besetzen. \u201eEine st\u00e4rkere Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften k\u00f6nnte eine effektive politische Gegenma\u00dfnahme sein \u2013 immerhin haben \u00fcber 40 Prozent der Gastronomie-Besch\u00e4ftigten eine Einwanderungsgeschichte und die Branche sehr viel Erfahrung mit Integration\u201c, erkl\u00e4rt Klinge. Daf\u00fcr brauche Deutschland jedoch eine Zuwanderungspolitik, die sich viel aktiver um qualifizierte Menschen aus dem Ausland bem\u00fche. \u201eDeutschland steht laut OECD nur noch auf Platz 15 in der Welt, wenn es um Fachkr\u00e4fteattraktivit\u00e4t geht. Die neue Bundesregierung kann hier also einige positive Akzente setzen. Dazu z\u00e4hlen g\u00fcnstigere Standortbedingungen, schnellere Anerkennungsverfahren und mehr berufsorientierte Sprachkurse, die \u00fcber einen neuen \u201eIntegrationsfonds\u201c analog zu \u00d6sterreich gezielt gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnten\u201c, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Moderne Betriebsgastronomie und ver\u00e4nderte soziale Rolle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Gemeinschaftsgastronomie sei insgesamt sehr widerstandsf\u00e4hig, habe sich in den vergangenen Jahren konzeptionell modernisiert und werde zunehmend zum \u201eSocial Hub\u201c f\u00fcr Besch\u00e4ftigte, so das Expertenfazit. DIG-Vorsitzender Moritz Mack: \u201eDie Studie zeigt, dass Kantinen f\u00fcr G\u00e4ste nicht mehr nur zum reinen Essen dienen, sondern mehr und mehr auch zu sozialen Treffpunkten werden.\u201c Dieser Wandel unterstreiche die gestiegene gesellschaftliche und soziale Bedeutung des Gastwelt-Sektors.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wichtigste Zukunftstechnologien f\u00fcr die GV identifizierten die Wissenschaftler die Themen Digitalisierung, Robotik und KI. So k\u00f6nnen Kochroboter zwischenzeitlich bis zu 150 Men\u00fcs pro Stunde zubereiten und damit die Produktivit\u00e4t erh\u00f6hen. Die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung ist ebenfalls ein Schl\u00fcsselthema: Etwa zwei Millionen Tonnen Lebensmittelabf\u00e4lle fallen j\u00e4hrlich in der Au\u00dfer-Haus-Verpflegung an \u2013 mit einem Einsparpotenzial von 30 bis 50 Prozent.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinschaftsgastronomie als ern\u00e4hrungspolitischer Transformator<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vegetarische und vegane Speisen sind, wenig \u00fcberraschend, weiter auf dem Vormarsch. \u201eNeun von zehn Caterer bieten inzwischen t\u00e4glich ein vegetarisches Mittagessen an. In der Hochschulgastronomie des Studierendenwerks Karlsruhe sind bereits 70 Prozent der angebotenen Speisen komplett vegetarisch oder vegan.\u201c Die GV sei also ein ern\u00e4hrungspolitischer Schl\u00fcsselfaktor, wenn es um gesundes Essen in Deutschland geht, bilanziert Autorin R\u00fcckert-John.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich sieht das auch Dr. Jan Peer Laabs, CEO der apetito AG, stellvertretend f\u00fcr die in der Untersuchung befragten Experten: \u201eDie neue Studie zeigt: Die Gemeinschaftsverpflegung ist weit mehr als nur Essensausgabe \u2013 sie ist ein systemrelevanter Wirtschaftszweig, der die gesellschaftliche Transformation hin zu einer nachhaltigeren Ern\u00e4hrung ma\u00dfgeblich gestalten kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Untersuchung kann \u00fcber diesen Link heruntergeladen werden:&nbsp;<strong>https:\/\/bit.ly\/dzg-studie-ahv2<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie wurde von der apetito AG, dem Marktforschungsinstitut Circana, der dfv Mediengruppe, dem Verband der Fachplaner (VdF) und FCSI Deutschland-\u00d6sterreich unterst\u00fctzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2022\u00a0Nach Corona-Tief besuchen wieder mehr Menschen die 8000 Betriebsrestaurants in Deutschland\u2022\u00a0Caterer und Eigenregiebetriebe versorgen t\u00e4glich fl\u00e4chendeckend 17 Millionen G\u00e4ste\u2022\u00a0Deutsche sparen in der Mittagspause vor allem am Espresso und den Vorspeisen Die Besch\u00e4ftigten in Deutschland str\u00f6men trotz mobiler Arbeit wieder verst\u00e4rkt in die 8000 Betriebsrestaurants und Kantinen des Landes. 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